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Lingen in der Nachkriegszeit

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Mit einer Präsentation über Lingen in der Nachkriegszeit setzt das Emslandmuseum am Mittwoch (8.5., 11, 14, 16 u. 19.30 Uhr) seine Reihe über die Lingener Geschichte im 20. Jahrhundert fort. Diesmal geht es um die Zeit vom Kriegsende 1945 bis zum Wirtschaftswunder der 50er Jahre. Themen sind unter anderem die Besatzungszeit, das Hochwasser 1946 und die Ankunft der Flüchtlinge aus Ostdeutschland. Der Heimatverein und das Emslandmuseum laden alle Interessierten zu dieser spannenden Veranstaltung ein.


Das Ende des Zweiten Weltkriegs war auch für Lingen die sprichwörtliche „Stunde null“. Ganze Straßenzüge in der Innenstadt, Wohngebiete und das Eisenbahnwerk waren durch die Kampfhandlungen zerstört. Das wirtschaftliche Leben lag am Boden. Man freute sich über das Ende des Krieges, aber viele Männer waren an den Fronten in ganz Europa ums Leben gekommen oder befanden sich noch in Kriegsgefangenschaft.


Das Jahr 1946 brachte zuerst das Jahrhunderthochwasser mit schweren Überschwemmungen und dann eine große Flüchtlingswelle aus den deutschen Ostgebieten. Tausende Familien mussten untergebracht und versorgt werden –Spannungen mit den Einheimischen blieben nicht aus. Ganz allmählich kamen das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben wieder in Gang. Deutschland erhielt wieder eine demokratische Ordnung – jedenfalls in den westlichen Besatzungszonen. Die Währungsreform 1948 markierte die Wende zum Wirtschaftswunder der 50er Jahre, aber auch zur deutschen Teilung.

Lingen wurde mit der Ansiedlung der Deutschen Schachtbau und der Erdölraffinerie ein wichtiger Energiestandort. In Reuschberge, Heukamps Tannen und im Strootgebiet entstanden neue Stadtteile. Die Flüchtlinge fassten bald Fuß und gründeten nun selber viele neue Betriebe. Rasch wurde das Stadtzentrum wieder aufgebaut und zu einer attraktiven Einkaufsstadt, die allerdings vom zunehmenden Autoverkehr regelrecht gelähmt wurde.


Die Auseinandersetzungen zwischen Zentrum und CDU bestimmten die Kommunalpolitik ebenso wie der Streit um das Niedersächsische Schulgesetzt. Zehntausende demonstrierten damals in Lingen für den Erhalt der Konfessionsschule. Eine Beschwerde gegen die Aufführung des Films „Die Sünderin“ mit Hildegard Knef in Lingen sorgte bundesweit für Aufsehen. Es war die Ära von Bundeskanzler Konrad Adenauer, der 1955 höchstpersönlich zu einer Wahlkampfveranstaltung nach Lingen kam. Die rebellischen 60er Jahre lagen noch in weiter Ferne.

Zur der Präsentation Lingen in der Nachkriegszeit im Rahmen der Reihe „Mittwochs im Museum“ (8.5., 11, 14, 16 und 19.30 Uhr) laden Heimatverein und Emslandmuseum alle Interessierten ein. Der Eintritt beträgt 5 Euro, für Heimatvereinsmitglieder 3 Euro. Wegen des begrenzten Platzangebotes wird zu rechtzeitigem Erscheinen geraten.

Fotos: Bildarchiv Emslandmuseum Lingen

Bild 1:

Über die Nachkriegszeit in Lingen, hier die „rush hour“ auf dem Marktplatz 1946, berichtet am Mittwoch (8.5., 11, 14, 16 und 19.30 Uhr) Dr. Andreas Eiynck in der Reihe „Mittwochs im Museum“.

Bild 2:

1946 kamen tausende Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten in Lingen an und wurden per LKW in Notunterkünfte gefahren.

Bild 3:

1955 besuchte Bundeskanzler Konrad Adenau, die Symbolfigur für den Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg, die Emsland-Metropole Lingen.

Bild 4

1954 demonstrierten in Lingen bei strömendem Regen tausende Emsländer für den Erhalt der Konfessionsschulen.


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