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Lingen vor 100 Jahren

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Zu einem Rückblick auf Lingen vor 100 Jahren lädt der Heimatverein Lingen am Silvesternachmittag (31.12., Einlass ab 13.00 Uhr, Beginn 13.30 Uhr) in das Emslandmuseum ein. Im Mittelpunkt steht bei den Bildervorträgen um 14, 15 und 16 Uhr die Zeit um das Schicksalsjahr 1918 in Lingen. Dabei wird auch ein historisches Filmdokument präsentiert. Das Café im Kutscherhaus ist ab 13.30 Uhr geöffnet und lockt mit Kuchenspezialitäten sowie frisch gebackenen Neujahrshörnchen.


Lingen vor hundert Jahren - das waren bewegte Zeiten. Der Erste Weltkrieg ging zu Ende, Arbeiter- und Soldatenräte übernahmen auch in Lingen die schwere Bürde des abgewirtschafteten Kaiserreiches. Die Zeit des Massensterbens in den Schützengräben und der Hungersnöte in der Heimat gingen nach vier Kriegsjahren zu Ende, aber von rosigen Zeiten konnte keine Rede sein. Die Kriegsschulden führten zu einer Hyperinflation und zu einer Wirtschaftskrise. Die Lingener Eisenbahner streikten für eine bessere Lebensmittelverteilung und gegen Massenentlassungen, viele Geschäfte und Betriebe standen vor dem Aus.


Erst allmählich besserte sich die Lage. Die neue Republik sorgte nicht nur für neue demokratische Rechte und das Wahlrecht für Frauen, sondern auch für Wohnungsbau und Sozialfürsorge. Im Strootgebiet und an der Schwedenschanze entstanden Wohnsiedlungen für die Eisenbahnerfamilien, neue Schulen und sogar eine Jugendherberge wurden eingerichtet. Die junge Generation sollte es einmal besser haben!


1926 erhielt Lingen Anschluss an das Elektrizitätsnetz der VEW und zum Stadtjubiläum 1928 konnte der Marktplatz mit hunderten von Glühbirnen festlich illuminiert werden. Theateraufführungen im Saal der Wilhelmshöhe und Kinosäle in der Stadt boten neue Möglichkeiten für Freizeit und Kultur. Die „Germanenfestspiele“ in Ahlde und die Heimatschauen der Kivelinge zogen tausende Besucher an. Das Vereinswesen blühte, etwa im Kolpingverband oder im Arbeiterverein, aber auch bei den vielen Sportvereinen. Immer mehr Automobile sausten durch die engen Straßen der Lingener Innenstadt – und natürlich Bernd Rosemeyer auf seinem Motorrad.


Mit der Weltwirtschaftskrise waren auch in Lingen die „goldenen Zwanziger“ vorbei. Die politische Stimmung wurde immer radikaler. Zwar hielten die meisten Lingener damals treu zur katholischen Zentrumspartei, aber der Weg Deutschlands in die Katastrophe war dadurch nicht mehr aufzuhalten.

Die Präsentation „Lingen vor 100 Jahren“ läuft um 13.30 sowie um 15.00 und 16.00 Uhr. Rechtzeitiges Erscheinen ist empfehlenswert. Das Café im Kutscherhaus ist von 13.30 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, der Spendenerlös des Nachmittags geht an die Telefonseelsorge im Emsland.

Fotos: Bildarchiv Emslandmuseum Lingen

Silvester Bild 1:
Wegen Rohstoffmangel wurden im Ersten Weltkrieg sogar die Kirchenglocken für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen. Die Ereignisse rings um das Kriegsende 1918 sind Thema .

Silvester Bild 2:
Die Brückenwache in Hanekenfähr hoffte im Sommer 1918 auf ein baldiges Kriegsende. Die Ereignisse um das Jahr 2018 sind Thema beim Silvestertreffen, zu dem Lingens Heimatverein alle Interessenten einlädt

Silvester Bild 3:
Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs brach die deutsche Wirtschaft endgültig zusammen. 1919 kam es zu Hungerdemonstrationen auf dem Lingener Marktplatz. Zum Thema Kriegsende lädt der Heimatverein am Silvesternachmittag alle Interessenten in das Emslandmuseum ein.

Silvester Bild 4:
Mit einer Lanz-Lokomobile sorgte die VEW ab 1925 für eine erste provisorische Stromversorgung in Lingen. Was sonst noch in den Jahren ab dem Kriegsende 1918 in Lingen geschah, können alle Interessierten am Silvesternachmittag im Emslandmuseum beim Lingener Heimatverein erfahren.

Silvester Bild 5:
Bei der Heimatschau 1928 erweckten die Kivelinge die Postlinie Hamburg-Lingen-Amsterdam zu neuem Leben. Darüber berichtet der Heimatverein Lingen am Silvesternachmittag bei einer öffentlichen Veranstaltung im Emslandmuseum.




Lingen im Kaiserreich
Die Pogromnacht 1938 in Lingen

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