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Die Vereinigte Ostindische Compagnie

F A S T   1 0 0 0   E M S L Ä N D E R   I N   A S I E N 

Die Vereinigte Ostindische Compagnie war die erste Aktiengesellschaft der Welt. Mit ihr fuhren tausend Lingener im 17. und 18. Jahrhundert auf den Handelsrouten nach Ostindien. Auch heute noch geht von den Fahrten eine große Faszination aus. Das bewies die große Zahl interessierter Zuhörer anlässlich eines Vortragsabends im Saal Timmer. Eingeladen hatte der Arbeitskreis Lingener Familienforscher.


E X P E R T E   A U S   D E N   N I E D E R L A N D E N 

Das Leitungsteam des Arbeitskreises mit Gerda Nichau, Dr. Ludwig Remling und Joachim Schulz hatte diese Veranstaltung mit Unterstützung des Heimatvereins Lingen organisiert. Als fachkundigen Referenten hatten die Organisatoren den niederländischen Genealogen Jos Kaldenbach aus Alkmaar eingeladen. Wie kein anderer, so Joachim Schulz in seiner Einführung, ist Kaldenbach berufen, die Vereinigte Ostindische Compagnie (VOC) vorzustellen. Als ehemaliger Deutschlehrer an einer niederländischen Fachhochschule ist er jetzt Chef vom Dienst der Nederlandse Genealogische Vereniging und Vorstand der Werkgroep Genealogisch Onderzoek Duitsland.


D I E   V O C   B E N Ö T I G T E   S E H R   V I E L E   A R B E I T S K R Ä F T E 

Die VOC wurde 1602 mittels Aktien von niederländischen Kaufleuten gegründet. Mit dem Geld schickte man Schiffe, Mannschaften und Güter nach Ost- und Westindien. Tauschhandel war dabei sehr wichtig, aber auch Silber, Gold und sündhaft teure Luxusgüter wurden erworben. Die VOC wurde mächtig und durfte Kriege führen, Kastelle erbauen und Friedensverträge abschließen. Die Handelsvereinigung benötigte sehr viele Arbeitskräfte, die aber nicht aus dem eigenen Land rekrutiert werden konnten. So lag es nahe, dass auch viele Emsländer bei der Ostindischen Compagnie Arbeit und Brot fanden. Die vorgefundenen 1000 Mann, die angeben aus der Grafschaft Lingen zu stammen, sind mit Berufen, Signaturen, Sterbe- oder Rückkehrdaten alphabetisch erfasst worden. Ausführlich ging Kaldenbach auf die Geschichte und die Karriere von Gerret Albertsz aus Lingen ein, der 1702 wie alle anderen ins Schiffssoldbuch eingetragen wurde. Seine Einnahmen als Matrose auf der ‚Brandenburg’, seine Anleihe bei Sophie Warnaars und sein Sold über die 7 Jahre bis zur Rückfahrt auf der ‚Wassenaar’. Danach blieb eine stattliche Summe von gut 361 Gulden übrig, die er in Amsterdam abholte. Damit konnte er in Lingen ein Haus kaufen.


N A M E N S R E G I S T E R   M I T   1 0 0 0   P E R S O N E N   A U S   D E M   E M S L A N D 

Die Deutschen, die in der VOC als Soldat, Seemann oder Händler tätig waren, sind heute digital erschlossen. In der abschließenden Diskussion unter Leitung von Dr. Ludwig Remling ging es um die Gründe und Ursachen der Ostindienfahrer, die oft unsägliche Strapazen auf den Handelsrouten auf sich nahmen. Viele von ihnen erreichen den Zielort nicht. Ein besonderes Bonbon gab es zum Schluss: Jos Kaldenbach stellte sein frisch gedrucktes Namensregister mit 1000 Bediensteten aus dem Emsland und 400 aus der Grafschaft Bentheim vor.

Fotos:
Schulz, Joachim, Heimatverein Lingen 2015
Batavia, Wikipedia 2015
AFEL Meppen 2015


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