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Geschichte Lingens
Chronik der Stadt Lingen
Die Lindenstraße - eine Prachtstraße

A R C H I V A L I E   D E S   M O N A T S   N O V E M B E R 

von Dr. Stephan Schwenke
Die heute stark befahrene Lindenstraße hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts hieß sie, in Anlehnung an die Prachtstraße in Berlin, Unter den Linden und war vierreihig mit Linden bepflanzt. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts trieb hier vor dem Lookentor der Strootbach eine Papiermühle an. Später wurde sie als Ölmühle betrieben, bis sie im letzten Jahrhundert von dem damaligen Besitzer Veltwisch an den Wirt Schwegmann verpachtet wurde. Dieser richtete auf dem Gelände ein Gartenlokal mit großem Theater- und Tanzsaal ein. Schützenvereine, Eisenbahner, Feuerwehr und die Turn- und Gesangsvereine feierten hier ihre Feste. Im Sommer war das Lokal „vor den Toren der Stadt“ ein beliebtes Ausflugsziel der Lingener. Gleiches galt auch für den Lindenhof, das heutige Alte Landhaus.


D A S   W A G E N W E R K   D E S   E A W   E N T S T E H T 

1903 wurde das Gelände schließlich von der Verwaltung des Eisenbahnausbesserungswerkes (EAW) für die Summe von 90.000 Mark gekauft. Den Erweiterungswünschen des Ausbesserungswerkes standen im Norden das Gefängnis und im Süden die städtische Gasanstalt im Wege. Mit dem Ankauf des Grundstücks an der Lindenstraße hatte man nun genug Platz für Expansionen und so entstand auf dem Gelände der Papiermühle 1905 die alte Wagenreparaturwerkstatt, die heute noch als ESV-Turnhalle genutzt wird. Ab 1907 baute man die neue Wagenhalle. Am 25. August 1910 nahm Geheimrat Hummel, Leiter des Eisenbahnausbesserungswerkes und städtischer Bürgervorsteher, die Wagenreparaturwerkstätten in Betrieb. Noch im selben Jahr wurde die Papiermühle abgerissen. Später mussten auch die Linden dem Straßenverkehr weichen. Auf einer Gesamtgrundfläche von 60.000 qm, davon rund 16.000 qm überbaute Fläche, wurden in den Hallen hauptsächlich zwei- und dreiachsige Personenwagen sowie Gepäck- und Bahndienstwagen repariert. 1952 waren das z.B. beachtliche 2613 Stück im Jahr.


D A S   E A W   W I R D   G R Ö ß T E R   A R B E I T G E B E R 

Bis 1972 blieb das EAW der größte Arbeitgeber der Stadt. Mit der Umstellung von Dampflokbetrieb zu elektrisch- oder dieselbetriebenen Lokomotiven kam der Niedergang, bis 1983 der Betrieb ganz eingestellt werden musste. 1986 erwarb die Stadt Lingen das Gelände des Eisenbahnausbesserungswerkes. Das Wagenwerk an der Lindenstraße wurde abgerissen und an seine Stelle die Emslandhallen als Mehrzweckhallen errichtet. Nachfolgerin der Emslandhallen soll ab 2012 die Emsland-Arena werden.


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