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Als Lehrerin im alten Emsland

F O T O G R A F I E N   V O N   E M I L I E   K Ö N I G   ( 1 9 0 0 - 1 9 6 9 ) 

Zu einer interessanten Bilderschau lädt das Emslandmuseum am Mittwoch, 07.01. um 15.30 Uhr und 19.30 Uhr in seinen Vortragsraum ein. Präsentiert werden Fotos aus dem Nachlass der Lehrerin Emilie König, die ab 1931 zunächst in Biene und später in Heede tätig war. Ihre zahlreichen Aufnahmen aus den 30er Jahren bieten einen faszinierenden Einblick in das Landschaftsbild und das dörfliche Leben im alten Emsland, das heute in dieser traditionellen Form wohl nirgendwo mehr existiert.


F O T O S   W I E   A U S   E I N E R   A N D E R E N   W E L T 

Emilie König (1900-1969) stammte aus einer Bergarbeiterfamilie in Herne im Ruhrgebiet. Nach dem Lehramtsstudium in Bochum und Essen konnte sie nach dem Ersten Weltkrieg zunächst nicht in den Schuldienst übernommen werden. Daher arbeitete sie einige Jahre als Privatlehrerin in einem Industriellenhaushalt in Essen. Im Schuljahr 1930/31 erhielt sie dann eine Anstellung als Lehrerin in Biene bei Lingen.
Den Kontrast zwischen dem Großstadtleben in den Industriestädten des Ruhrgebiets und den ländlich-agrarisch geprägten Dörfern im damals noch sehr abgelegenen Emsland kann man sich in dieser Zeit kaum krass genug vorstellen. Emilie König war fasziniert von dieser ihr bis dahin völlig unbekannten traditionellen Lebenswelt auf dem Lande. Mit ihrem Fotoapparat hielt sie die typischen Szenen im Dorf Biene und der weiteren Umgebung fest: die Bauernhöfe und Heuerhäuser, das dörfliche Brauchtum, aber auch die urtümlichen Landschaften an der Ems in den damals noch weit ausgedehnten Moor- und Heidegebieten im Emsland. Entwickelt und vergrößert wurden die Fotos von ihr übrigens in einem eigenen Fotolabor, was damals in Biene noch einiges Aufsehen erregte.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten bekam Emilie König als überzeugte Katholikin bald Schwierigkeiten im Schuldienst. 1838 wurde sie wegen „zersetzender Äußerungen“ strafversetzt nach Heede ins nördliche Emsland.
Von dort aus entdeckte sie die einsamen Kolonistenhöfe im Bourtanger Moor und die urtümlichen Heidedörfer auf dem Hümmling, fotografierte Flusslandschaften und Großsteingräber. Viele ihrer damals entstandenen Aufnahmen aus dem alten Emsland muten heute schon an wie aus einer anderen Welt und haben mittlerweile einen hohen dokumentarischen Wert. Da Emilie König Ende der 30er Jahre bereits über ein Blitzgerät verfügte, hielt sie auch manche Innenaufnahmen der Moorkaten fest, die zu den fotografischen Raritäten im Emsland zählen. Viele ihrer Aufnahmen entstanden in Dersum an der Ems, aber auch in und um Werlte auf dem Hümmling. Das ländliche Schulleben sowie ihre Schülerinnen und Schüler lieferten ihr immer wieder neue Motive.
Bei der Auswahl der Motive half ihr Lehrer Hans Wessels aus Herbrum, einer der Gründer der Heimatbewegung im nördlichen Emsland und aktiver volkskundlicher Erforscher von emsländischen Sitten und Bräuchen, Sagen und Sprichwörtern. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass manche der Aufnahmen ursprünglich als Illustrationen zu heimatkundlichen Veröffentlichungen von Lehrer Wessels gedacht waren.
Den Haushalt von Emilie König führte ihre ein Jahr ältere Schwester Elisabeth. 1942 nahmen die beiden den kleinen Peter Krämer aus Lingen als Pflegekind in ihr Haus auf. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs hielt in Heede eine polnische Besatzung Einzug und auch im Hause König wurden polnische Soldaten einquartiert. Und selbst dieses, zumindest in Heede weitgehend friedliche Zusammenleben von Deutschen und Polen in schwerer Zeit, wurde von Emilie König in zahlreichen Fotos dokumentiert.
1956 wechselte die Lehrerin schließlich an die neu gegründete Marienschule in Lingen und war dort noch bis zu ihrer Pensionierung 1965 als Lehrerin tätig. Nach ihrem Tod 1969 kamen die Fotoalben in den Besitz von Peter Krämer, der sie im Jahre 2008 dem Emslandmuseum Lingen übergab.


D R .   E I Y N C K   P R Ä S E N T I E R T   I N T E R E S S A N T E S T E   F O T O S 

Die teilweise bereits etwas vergilbten Fotos wurden digitalisiert und nachbearbeitet. Der einstündige Vortrag „Als Lehrerin im alten Emsland“ bietet eine Auswahl der interessantesten Aufnahmen von Emilie König, die von Museumsleiter Dr. Andreas Eiynck präsentiert und kommentiert werden. Der Vortrag beginnt um 15.30 Uhr und wird um 19.30 Uhr wiederholt. Hierzu lädt das Emslandmuseum und der Heimatverein Lingen alle Interessenten ein.

Emslandmuseum Lingen
Burgstraße 28b
49808 Lingen
Tel. 0591 - 47601
www.museum-lingen.de


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