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Die Reformation im Emsland

W I E   L U T H E R S   T H E S E N   N A C H   L I N G E N   K A M E N 

Wie die Reformation nach Lingen und die Thesen Luthers in das Emsland kamen, erläutert Museumsleiter Dr. Andreas Eiynck am 11.10. (Mi., 16 und 19.30 Uhr) im Rahmen der Vortragsreihe „Mittwochs im Museum“. Schriftliche Quellen und mündliche Überlieferungen, zeitgenössische Darstellungen und historische Dokumente liefern dabei ein spannendes Bild jener Jahre, in denen Graf Konrad von Tecklenburg die Lehre Luthers auch in Lingen und dem Emsland einführte.


B I S C H O F   U N T E R S T Ü T Z T   D E N    D U L L E N   K O R D  

Kaum zu glauben, aber Unterstützung erhielt der „Dulle Kord“ dabei ausgerechnet vom Bischof von Osnabrück, der damals ebenfalls der lutherischen Lehre zugeneigt war. Bald war das mittlere Emsland mit den Städten Meppen und Haselünne stark lutherisch geprägt. Graf Konrad zögerte nicht lange, das Kirchenvermögen unter seine Kontrolle zu bringen und Pfarrstellen mit lutherischen Predigern zu besetzen. Die mittelalterliche Pfarrkirche mitten auf dem Lingener Marktplatz wurde abgebrochen und in der Kirchstraße ein Ersatzbau errichtet, die heutige Reformiert Kirche.


T E C K L E N B U R G I S C H E   K I R C H E N O R D N U N G   R E G E L T   N E U 

Die auch in Lingen gültige „Tecklenburgische Kirchenordnung“ von 1543 regelte das Kirchenwesen völlig neu im Sinne Luthers. Statt der 7 Sakramente galten jetzt nur noch Taufe und Abendmahl, das Pfründenwesen wurde abgeschafft und die Kirche unter die Aufsicht des Landesherrn gestellt. Dieser ernannte und besoldete fortan auch die Pfarrer. Viele Heiligenfeste wurden abgeschafft, natürlich auch die damit verbundenen Feiertag.


R E F O R M A T I O N   I N   L I N G E N   N U R   W E N I G E   J A H R E 

Doch nur wenige Jahre hatte diese Reformation in Lingen bestand. 1546 besetzen die Truppen des katholischen Kaisers Karl V. Lingen. Die lutherischen Geistlichen wurden ausgewiesen und das katholische Kirchenwesen wieder hergestellt. Dabei entstand auch das „Geistliche Güterverzeichnis“, eine genaue Bestandsaufnahme aller Kirchengüter und Einkünfte vor der Reformation. Dieses umfangreiche Schriftstück gilt heute als eine der wichtigsten Quellen zur Lingener Geschichte in der Reformationszeit. Über fünfzig Jahre herrschte nun in Lingen der katholische Glauben, bis die Niederländer nach der Eroberung der Festung Lingen 1597 die Reformierte Konfession einführten.

Der Referent schildert die besondere Reformationsgeschichte der Grafschaft Lingen, zeigt aber auch die Entwicklung im übrigen Emsland und in der Grafschaft Bentheim.

Die mit vielen Bildern anschaulich illustrierte Präsentation beginnt am 11.10. um 16.00 und um 19.30 Uhr im Emslandmuseum. Der Eintritt beträgt 5 €, für Heimatvereinsmitglieder 3 €.

Fotos:
Emslandmuseum
Joachim Schulz


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Ost-West-Konflikt im Kalten Krieg in Lingen

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