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Herbstzeit, Tod und Sterben

V O R T R A G   I M   E M S L A N D M U S E U M 

Im Rahmen seiner Vortragsreihe zum Brauchtum im Jahreslauf lädt das Emslandmuseum am Donnerstag, 3. November, zu einem Vortrag mit dem Titel „Herbstzeit, Tod und Sterben“ ein. Museumsleiter Dr. Andreas Eiynck wird dabei um 16.30 und um 19.30 Uhr über Bräuche rund um Tod und Sterben, Bestattung und Erinnerung berichten. Dabei geht er auch auf aktuelle Entwicklungen im Bereich der Beerdigungsfeiern und auf neue Formen der Bestattung ein.

Eine traditionelle Beerdigung lief nicht nur im Emsland nach den ungeschriebenen Regeln von Dorfgemeinschaft oder Nachbarschaft ab. Zur Entlastung der trauernden Angehörigen übernahmen die nächsten Nachbarn viele Aufgaben, die heute meist professionelle Bestatter erledigen: Die Verbreitung der Todesnachricht, das Waschen und Einkleiden der Leiche für die Aufbahrung im offenen Sarg, die Organisation der Beerdigung und die Einladung auswärtiger Verwandter. Am Beerdigungstag selber sorgten die Nachbarn für die Bereitstellung eines Leichenwagens und stellten auch die Sargträger. Die Nachbarfrauen richteten den Beerdigungskaffee aus.


B E E R D I G U N G S G E W O H N H E I T E N   I M   E M S L A N D 

Seit dem 19. Jahrhundert verlagerten sich Tod und Sterben aus dem häuslichen Bereich immer mehr in die Krankenhäuser und Altenheime. Die Pflichten der Nachbarn gingen damit immer stärker zurück. Bestatter übernahmen die Versorgung der Leiche und die Organisation der Beerdigung. Die Toten wurden nicht mehr im Hause, sondern in einer Leichenhalle aufgebahrt. Tod und Sterben verschwanden aus der alltäglichen Umgebung und verlagerten sich in eine häufig tabuisierte Sonderzone.
Noch stärker veränderten sich die Beerdigungsgewohnheiten seit den 1970er Jahren. Größere Mobilität der jüngeren Generation bei kleiner werdenden Familien, abnehmende kirchliche Bindung und wachsende Anonymität setzten den äußeren Rahmen für diese Entwicklung. Urnenbestattungen und Friedwälder sind heute auch im Emsland keine Besonderheit mehr. Bei der Gestaltung der Grabstellen kommen immer mehr individuelle Wünsche und Vorstellungen zum Tragen. Zu den verbliebenen alten Bräuchen sind neue, oft sehr individuelle Gewohnheiten dazu gekommen.

Der etwas einstündige Vortrag mit vielen eindrucksstarken Bildern findet um 16.30 Uhr im Emslandmuseum Lingen in der Burgstraße statt und wird um 19.30 Uhr noch einmal wiederholt.

Der Eintritt beträgt 4 €, für Mitglieder des Heimatvereins Lingen 3 €. Voranmeldung ist nicht erforderlich.


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