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Knapp Gerd: Hintergründe einer Bluttat

L E S U N G   M I T   M I C H A E L   S Ä N G E R 

Am Sonntag, dem 26. Februar 2017, findet um 16.30 Uhr in der gemütlichen Atmosphäre des Kutscherhauses an der Burgstraße eine Lesung mit Michael Sänger statt. Seit nunmehr zehn Jahren veranstaltet der Lingener Literaturpreisträger regelmäßig auf Einladung des Heimatvereins Lingen (Ems) Lesungen mit den unterschiedlichsten Themen. Diesmal liest er aus dem Buch von Heinz Jakobs "Knapp Gerd. Eine Bluttat und ihr lebensgeschichtlicher Hintergrund."

Um welche Bluttat handelte es sich? Der Hollandgänger und Heuermann "Gerhard Kruis" alias "Knapp Gerd" aus Suttrup" erschlug am 13. September 1824 beim Rückweg aus den Niederlanden seinen Kameraden Gerhard Heinrich Langeborg aus Andervenne. Die Befunde vor Ort und die Aussagen des Täters ergaben: Kruis hatte unmittelbar vor der Tat mit Langeborg am Rand der von Baccum und Ramsel führenden Landstraße am Grabesrand gesessen und eine Pfeife geraucht. Kruis sah einen fast armdicken und knapp 70 cm langen Kiefernküppel, nahm ihn auf und schlug Langeborg von hinten in die rechte Schläfe. Langeborg sank zusammen. Da der Knüppel beim zweiten Schlag zerbrach, nahm Kruis einen zweidreiviertel Pfund schweren Kieselstein aus dem Graben und schlug damit weiter auf Langeborgs Kopf ein.
Was waren Kruis' Tatmotive, weshalb wurde Kruis, ein "lebenslang untadeliger Mann, von friedlicher, sozialer, normorientierter Natur" zum Mörder? Diesen Fragen geht Heinz Jakobs in seinem Buch nach und geht dabei nicht nur auf die Hintergründe der Tat, sondern auch auf das familiäre Umfeld, die dörfliche Welt der Niedergrafschaft Lingen zu jener Zeit und die Arbeitsbedingungen in Holland ein.


W O   B E F I N D E T   S I C H   K N A P P   G E R D S   G R A B ? 

Gerhard Kruis wurde nach einem langwierigen Strafverfahren zum Tode durch Enthauptung verurteilt. An ihm fand im Jahre 1825 die letzte Hinrichtung im Raum Lingen statt, angesichts einer großen Volksmenge. Vollzogen wurde sie auf der Richtstätte auf dem Gierenberg im Laxtener Feld. Nach Zeugenaussagen befand sich das Grab unmittelbar neben der Hinrichtungsstelle. Ob die heute als "Knapp Gerds Grab" gekennzeichnete Stelle im Wald zwischen Laxten und Ramsel jedoch die exakte Hinrichtungsstätte ist, bleibt unbewiesen.

Vielen älteren Bürgern läuft bei der Nennung des Namens noch immer ein kalter Schauer über den Rücken. In ihrer Kinderzeit wurde ihnen das Schicksal des Mörders immer wieder vor Augen geführt - mit der Warnung, nicht vom Pfad der Tugend abzuweichen.

Der Eintritt beträgt fünf Euro, für Mitglieder des Heimatvereins drei Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen unter Tel. 0591/62500


Foto: Titelblatt des Buches
Foto: "Knapp Gerds Grab
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Ortstermin: Reformierte Kirche Lingen
Richter, Henker und Halunken

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