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Adel auf dem Lande

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Dass die Familienforschung in Lingen immer mehr Freunde findet, zeigte sich am 9. Dezember 2004 wieder einmal in beeindruckender Weise. Anlässlich eines Erfahrungsaustausches hatte der Arbeitskreis Familienforschung zu einem Vortragsabend in das Heimathaus in Lingen-Darme eingeladen. Die Historikerin Dr. Heike Düselder, beide Arbeitskreissprecher Dr. L. Remling und Joachim Schulz und Franz Josef Buchholz, 1. Vorsitzender des Heimatvereins Lingen präsentierten das Thema „Adel auf dem Lande“ den Familienforschern im Heimathaus in Darme.


D I E   S O Z I A L -   U N D   K U L T U R G E S C H I C H T E   D E S   A D E L S 

Der Arbeitskreis Familienforschung unter Leitung von Dr. Ludwig Remling und Joachim Schulz hatte diese Veranstaltung mit Unterstützung des Heimatvereins Lingen organisiert. So galt der Dank von Schulz ganz besonders dem 1. Vorsitzenden des Heimatvereins Lingen, Franz Josef Buchholz. Thema des Abends war die Sozial- und Kulturgeschichte des niederen und landsässigen Adels zwischen Weser und Ems.


Warum ist dieses Thema auch für Familienforscher interessant, fragte Arbeitskreissprecher Joachim Schulz. Redewendungen wie „etwas im Schilde führen“ oder auch „gut gewappnet sein“ kennen alle und haben eine Bedeutung, die unmittelbar mit Rittertum und Adel im Zusammenhang stehen. Adelshäuser verfügen oft über reichhaltige Bestände in ihren privaten Familienarchiven, so Schulz in seiner Moderation. In der Vergangenheit stellten die adeligen Lehnsherren für ihre Abhängigen Dokumente aus.


Die Organisatoren hatten zu dieser Thematik eine kompetente Referentin eingeladen. Die Historikerin Dr. Heike Düselder arbeitete an einem Forschungsprojekt der Universität Osnabrück zur Sozial- und Kulturgeschichte des Adels. Die Forschungsarbeit umfasste die Vorbereitung einer größeren Ausstellung zur Adelskultur im Freilichtmuseum Museumsdorf Cloppenburg. Wie lebte der Adel zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert? Welche Privilegien zeichneten ihn aus? Welche Merkmale "adeliger Lebenswelten" ließen ihn in einer gegenüber allen anderen Bevölkerungsgruppen deutlich herausgehobenen Stellung fassbar werden? Die Historikerin verstand es, die unterschiedlichen Perspektiven adeliger Lebenswelten zu beleuchten.


Auch wenn es nicht um den Hochadel, um Könige oder Fürsten, sondern um den so genannten niederen Adel ging – adelige Lebensweise war immer exklusiv. Die Adeligen auf dem Lande, die auf ihren Schlössern, Herrensitzen oder Gütern lebten, zeichneten sich durch ihren Stand und ihre Lebensweise aus. Zu den wahrnehmbaren Symbolen adeliger Lebensentfaltung zählten die wappengeschmückten Kutschen, das Tafelgeschirr, Gemälde- und Waffensammlungen, eine Dienerschaft und eine Reihe von weiteren Attributen, die kleine und große sozialer Distanzen projizierten.


Die Adeligen besaßen nicht nur Grund und Boden, sondern häufig auch die Herrschaft über die Menschen, die darauf lebten und arbeiteten. Das bedeutete, dass die in ihrem Herrschaftsbereich lebenden Menschen zu Diensten und Abgaben verpflichtet waren. Das bedeutete, dass sie sich mit Leib und Gut einem adeligen Grundherrn zugehörig und verpflichtet fühlten, diesen um Erlaubnis fragen mussten, wenn sie zu heiraten beabsichtigten.

Eine lebhafte Diskussion zur Grundherrschaft schloß sich an. Dabei gelang es Stadtarchivar Dr. Remling den Bogen zur Lingener Geschichte herzustellen und die Rolle des Adels in der Region zu erläutern. Nach dem genealogischen Erfahrungsaustausch dankte Joachim Schulz ganz besonders dem Heimatverein Darme, der dem Arbeitskreis eine passende ländliche Kulisse im weihnachtlich geschmückten Heimathaus bot.


Alexander aus Dohren
Arbeitskreistreffen

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