Textilmuseum und Kloster Frenswegen
Von Hanni Rickling
Im Oktober 2025 unternahm der Heimatverein Lingen unter der Leitung von Lisa Lüken und Hanni Rickling mit 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Tagesfahrt in die Grafschaft Bentheim. Auf dem Programm standen ein Besuch des Textilmuseums im NINO-Hochbau in Nordhorn sowie eine Besichtigung des Klosters Frenswegen
Im historischen NINO-Hochbau
Erste Station der Exkursion war das Textilmuseum im historischen NINO-Hochbau. Auf mehr als 1.200 Quadratmetern vermittelt das Museum eindrucksvoll die Geschichte der Nordhorner Textilindustrie und insbesondere der einstigen „Großen Drei“: NINO, Povel und Rawe. In den frühen 1960er Jahren beschäftigten diese Betriebe zusammen rund 13.000 Menschen und produzierten jährlich Millionen Meter Stoff. Vor allem das Unternehmen NINO stieg in dieser Zeit in die europäische Spitzenklasse der Textilindustrie auf. Mit der zunehmenden Globalisierung in den 1970er Jahren begann jedoch der Niedergang der Branche. Im Sommer 2001 stellte mit Rawe die letzte der drei großen Textilfabriken Nordhorns ihre Produktion ein.
Maria Musekamp, Näherin bei Rawe
Ein persönlicher Bezug zur Ausstellung ergab sich für eine Mitfahrerin: Die Mutter von Edelgard Reinwald, Maria Musekamp, arbeitete von 1933 bis 1937 als Näherin bei Rawe. Maria Musekamp wurde 1913 in Lingen geboren und wuchs mit sieben Geschwistern an der Lengericher Straße auf. Nach ihrer Schulzeit an der Postschule war sie zunächst als Hausgehilfin tätig, bevor sie im Alter von 20 Jahren eine Anstellung in der Baumwollweberei bei Rawe fand.
Kloster Frenswegen ein Ort der Ökumene
Nach dem Museumsbesuch führte die Fahrt weiter zum Kloster Frenswegen bei Nordhorn. Das Kloster wurde 1394 von Augustiner-Chorherren gegründet und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. In der napoleonischen Zeit wurde die Klosteranlage aufgelöst. Erst 1974 erhielt das historische Gebäude durch die Gründung der Stiftung Kloster Frenswegen eine neue Bestimmung. Heute ist das Kloster ein europaweit einzigartiger Ort der ökumenischen Zusammenarbeit: Sechs christliche Kirchen – Reformierte, Lutheraner, Katholiken, Altreformierte, Baptisten und die Herrnhuter Brüdergemeine – tragen gemeinsam die Arbeit der Stiftung und gestalten das Kloster als Ort der Besinnung, Bildung und Begegnung.
Ausklang im Kloster Cafe
Den Abschluss der Fahrt bildete ein gemütlicher Aufenthalt im Café am Kloster, wo die Reisegruppe bei reichlich selbstgebackenem Kuchen den Ausflug ausklingen ließ. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich beeindruckt von den gewonnenen Einblicken in die historische Klosterwelt.





