Der Heimatverein wurde 1963 gegründet. Er nannte sich zunächst „Heimatverein für den Kreis Lingen“; seine Tätigkeit erstreckte sich über das gesamte damalige Kreisgebiet. Nach der Gebietsreform gab er sich 1978 den Namen „Heimatverein für das Lingener Land“. Eine erneute Umbenennung erfolgte 1986. Entsprechend seinem vorrangigen Tätigkeitsgebiet nennt sich der Verein seitdem „Heimatverein Lingen (Ems)“. Der Heimatverein Lingen (Ems) hat heute ca. 479 Mitglieder.
Die Erforschung der regionalen Geschichte fördert der Heimatverein auf verschiedene Weise. Er unterstützt die Drucklegung und Verbreitung heimatkundlichen Schriften durch finanzielle Zuschüsse oder tritt selbst als Herausgeber auf. Viele Mitglieder arbeiten als aktive Heimatforscher in verschiedenen Arbeitsgruppen mit. Umfangreich ist die Liste der Bücher und Aufsätze, die in den vergangenen Jahrzehnten veröffentlicht wurden. Regelmäßig veranstaltet der Heimatverein zusammen mit dem Stadtarchiv den „Tag der Lingener Geschichte“. Zahlreiche schriftliche und gegenständliche Zeugnisse du Heimatgeschichte wurden durch den Heimatverein und seine Mitglieder dem Emslandmusem Lingen und dem Stadtarchiv Lingen übergeben und stehen dadurch der Allgemeinheit zur Verfügung.
Die Lingener Nachtwächter
Die Lingener Nachtwächter sorgten über Jahrhunderte mit Ratel oder Blashorn für Sicherheit in den nächtlichen Straßen der Stadt. Trotz strenger Vorschriften und geringer Wertschätzung kam es immer wieder zu Problemen im Wachdienst. Mit dem Übergang zur Polizei im 19. Jahrhundert verschwand der traditionelle Berufsstand schließlich ganz aus Lingen.
Laterne, Laterne…
Die Straßenbeleuchtung in Lingen entwickelte sich nur langsam: Während andere Städte wie Hamburg und Berlin bereits im 17. Jahrhundert Laternen einführten, dauerte es in Lingen noch deutlich länger, bis erste Beleuchtungsversuche unternommen wurden. 1824 reagierte der Magistrat auf den Druck der Bevölkerung und ließ die Stadt in den Wintermonaten erleuchten, doch schon wenige Jahre später blieb es erneut dunkel in den Straßen. Erst ab 1837 wurden die Laternen dauerhaft betrieben – mit besonderen Regeln, etwa dass an Mondscheinabenden kein Licht entzündet wurde.
Baccum
Baccum wurde bereits in der Jungsteinzeit von der Trichterbecherkultur besiedelt, wovon Großsteingräber in den Baccumer Bergen zeugen. Erstmals um das Jahr 1000 im Einkünfteverzeichnis des Klosters Corvey erwähnt, entwickelte sich der Ort über Jahrhunderte in enger Verbindung zur Lingener Burgkapelle. Heute ist Baccum mit seiner „Ökumenischen Mitte“ ein lebendiger Wohnort mit reicher Geschichte.






