Bramsche

Bramsche

Bramsche – heute der flächenmäßig größte Ortsteil von Lingen – blickt auf eine Siedlungsgeschichte zurück, die von Großsteingräbern der Jungsteinzeit bis zur Eingemeindung im Jahr 1974 reicht.

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Auf der Zunge des Löwen

Auf der Zunge des Löwen

Im Jahr 1975 sorgte anlässlich der 1000-Jahr-Feier der Stadt die Behauptung, das historische Territorium Lingen besitze die Form einer Löwenzunge, für reichlich Verwunderung. Dieser merkwürdige Vergleich geht indirekt auf die berühmte Karte „Leo Belgicus“ von 1583 zurück, auf der Lingen genau auf der Zungenspitze der als Löwe dargestellten Niederlande liegt. Zudem birgt diese Platzierung eine gewisse Ironie, da der Stadtname klanglich stark an das lateinische Wort „lingua“ für Zunge erinnert. Bis heute spiegelt sich diese faszinierende Verbindung zum „König der Tiere“ im Lingener Stadtwappen wider, das von zwei Löwen mit passenderweise herausgestreckten Zungen gehalten wird.

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Das Mausoleum Koke

Das Mausoleum Koke

Der aus Lingen stammende Müller Friedrich Koke wanderte Ende des 19. Jahrhunderts nach Chile aus, wo er mit seiner eigenen Kokenmühle in Rancagua großen wirtschaftlichen Erfolg erlangte. Nach seinem Tod im Jahr 1924 wurde auf seinen Wunsch hin bis 1930 das neoklassizistische Mausoleum Koke auf dem Alten Friedhof in Lingen errichtet, in dem er und weitere Familienmitglieder schließlich ihre letzte Ruhe fanden. Heute dient das historische Bauwerk nach einer aufwendigen Grundsanierung als städtisches Kolumbarium, während im fernen Chile der „Parque Koke“ bis in die Gegenwart an das transatlantische Erbe der Auswandererfamilie erinnert.

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Darme

Darme

Die Siedlungsgeschichte Darmes reicht bis in die Steinzeit zurück, wobei die Gemeinde jahrhundertelang durch die Dynamik der Ems und die Entwicklung des adeligen Gutes Haneken geprägt wurde. Während der konfessionellen Spannungen des 17. Jahrhunderts diente der Ort als katholisches Refugium mit Notkirchen und symbolträchtigen Wappensteinen gegen die reformierten Oranier. Im 20. Jahrhundert transformierte sich die ehemalige Bauerschaft durch massiven Kanalbau, die Ansiedlung der Energiewirtschaft und den freiwilligen Zusammenschluss mit Lingen zu einem modernen Industriestandort.

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Die Gouverneure von Lingen

Die Gouverneure von Lingen

Während des Achtzigjährigen Krieges wechselte die strategisch wichtige Festung Lingen mehrfach zwischen spanischer und niederländischer Hand, wobei verschiedene Gouverneure die militärische Führung übernahmen. Besonders prägend waren Ereignisse wie die verheerende Pulverexplosion von 1607 unter dem Grafen von Solre oder die Amtszeit des korsischen Strategen Pompeo Giustiniano, der für seine Armprothese als „Eisenarm“ bekannt war. Erst mit der Schleifung der Festungswerke im Jahr 1632 endete die belastende Ära Lingens als dauerhafte Garnisonsstadt vorläufig.

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Harry Kramer

Harry Kramer

Harry Kramer (1925–1997) war ein vielseitiger deutscher Künstler, der nach einer Friseurlehre und Kriegserfahrung als Tänzer, Bildhauer und Experimentalfilmer bekannt wurde. Seine internationale Anerkennung festigte er durch die Teilnahme an der documenta 3 sowie durch sein „Mechanisches Theater“ und filigrane Drahtplastiken. Ab 1970 prägte er als Professor die Kunsthochschule Kassel, wo er mit Projekten wie dem „Termitenstaat“ und der „Künstlermetropole“ radikale künstlerische Akzente setzte. Sein Nachlass wird heute in der Kunsthalle seiner Geburtsstadt Lingen bewahrt.

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Die Lingener Nachtwächter

Die Lingener Nachtwächter

Die Lingener Nachtwächter sorgten über Jahrhunderte mit Ratel oder Blashorn für Sicherheit in den nächtlichen Straßen der Stadt. Trotz strenger Vorschriften und geringer Wertschätzung kam es immer wieder zu Problemen im Wachdienst. Mit dem Übergang zur Polizei im 19. Jahrhundert verschwand der traditionelle Berufsstand schließlich ganz aus Lingen.

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Laterne, Laterne…

Laterne, Laterne…

Die Straßenbeleuchtung in Lingen entwickelte sich nur langsam: Während andere Städte wie Hamburg und Berlin bereits im 17. Jahrhundert Laternen einführten, dauerte es in Lingen noch deutlich länger, bis erste Beleuchtungsversuche unternommen wurden. 1824 reagierte der Magistrat auf den Druck der Bevölkerung und ließ die Stadt in den Wintermonaten erleuchten, doch schon wenige Jahre später blieb es erneut dunkel in den Straßen. Erst ab 1837 wurden die Laternen dauerhaft betrieben – mit besonderen Regeln, etwa dass an Mondscheinabenden kein Licht entzündet wurde.

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Baccum

Baccum

Baccum wurde bereits in der Jungsteinzeit von der Trichterbecherkultur besiedelt, wovon Großsteingräber in den Baccumer Bergen zeugen. Erstmals um das Jahr 1000 im Einkünfteverzeichnis des Klosters Corvey erwähnt, entwickelte sich der Ort über Jahrhunderte in enger Verbindung zur Lingener Burgkapelle. Heute ist Baccum mit seiner „Ökumenischen Mitte“ ein lebendiger Wohnort mit reicher Geschichte.

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Der Mühlenbach-Düker

Der Mühlenbach-Düker

Am 29. Juni 1895 brach bei Lingen der Kanaldamm am Mühlenbach-Düker. Innerhalb kürzester Zeit strömten die Wassermassen aus dem Dortmund-Ems-Kanal in die umliegenden Wiesen und überfluteten selbst die Frauenbadeanstalt sowie angrenzende Gärten. Bürgermeister Meyer ließ sofort Sandsäcke heranschaffen und mobilisierte Feuerwehr, Eisenbahner und Schüler, um einen Notdamm zu errichten. Noch in derselben Nacht gelang es, die Bruchstelle zu schließen – doch zahlreiche Felder, Gärten und Betriebe hatten schwere Schäden erlitten.

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