Organisatoren und Vorstandsmitglieder des Heimatvereins Lingen mit dem Referenten Dr. Christof Spannhoff (von links nach rechts): Arbeitskreissprecher Joachim Schulz, Rita Albers, Museumsleiter Dr. Christof Spannhoff und Gerda Nichau

Beim Jahresabschluss der Familienforschergruppe des Heimatvereins Lingen in der Gaststätte Timmer in Altenlingen erwartete die zahlreichen Gäste ein besonderer Höhepunkt: Dr. Christof Spannhoff, Leiter des Emslandmuseums Lingen, begeisterte das Publikum mit einem lebendigen und zugleich wissenschaftlich fundierten Vortrag über die Herkunft und Bedeutung regionaler Familiennamen.

Verbreitung des Familiennamens Teipen

Einführung in die wissenschaftliche Namensforschung

Eingeladen hatten Joachim Schulz und Gerda Nichau, das Leitungsteam des Arbeitskreises. „Das Thema betrifft jeden von uns, denn jeder trägt einen Nachnamen“, betonte Sprecher Joachim Schulz in seiner Einleitung. Dr. Christof Spannhoff führte in die wissenschaftliche Namensforschung ein. Namen, so erläuterte der Referent, seien weit mehr als einfache Etiketten. Während Wörter konkrete Dinge oder Sachverhalte bezeichneten, hätten Namen keine unmittelbare direkte Bedeutung. Dennoch besäßen sie ursprünglich einen klaren Sinn, der heute oft in Vergessenheit geraten sei. Genau dieser Ursprung mache Familiennamen zu wertvollen historischen Quellen: „Wer heute Koch heißt, muss kein Koch sein – aber der namengebende Vorfahr war es einst“, verdeutlichte Spannhoff.

Register aus dem Jahre 1467

Die Entstehung unserer Familiennamen

Ein Schwerpunkt des Vortrags lag auf der Entstehung von Familiennamen, die im Emsland überwiegend im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit entstanden. An anschaulichen Beispielen erklärte Spannhoff die wichtigsten Namensgruppen – von Berufsnamen über Herkunftsbezeichnungen bis hin zu Wohnstättennamen oder Übernamen. So erfuhr das Publikum, warum ein „König“ aus dem Emsland keineswegs königlicher Abstammung sein muss, ein „Diekmann“ ursprünglich am Teich wohnte oder wie der Name „Grottendieck“ aus niederdeutschen Formulierungen wie „bei dem großen Teich“ hervorgegangen ist.

Blaffert-von-1688-fuer-die-Grafschaft-Lingen

Historische Quellen nutzen

Wichtig sei es, so Spannhoff, historische Quellen zu nutzen, weil sich Familiennamen im Laufe der Jahrhunderte stark verändern können. Dazu stellte er frühe Bevölkerungslisten der Region aus den Jahren 1467, 1499, 1555 und 1688 vor, in denen viele bekannte Namen bereits auftauchen.

Mit vielen regionalen Beispielen, sprachgeschichtlichen Hintergründen und Anekdoten gelang es Dr. Spannhoff, die enge Verbindung zwischen Familien-, Sprach- und Kulturgeschichte eindrucksvoll sichtbar zu machen. Die Zuhörer dankten ihm mit langem Applaus – ein rundum gelungener Abschluss des Forschungsjahres der Familienforschergruppe.

Bildunterschrift:

BU1: Organisatoren und Vorstandsmitglieder des Heimatvereins Lingen mit dem Referenten Dr. Christof Spannhoff (von links nach rechts): Arbeitskreissprecher Joachim Schulz, Rita Albers, Museumsleiter Dr. Christof Spannhoff und Gerda Nichau

BU2: Verbreitung des Familiennamens Teipen in Deutschland mithilfe von Geogen

BU3: Register aus dem Jahre 1467

BU4: Blaffert von 1688 für die Grafschaft Lingen

Foto 1: Lingener Familienforscher im HVL, Joachim Schulz 2025
Fotos 2-4: 
Emslandmuseum Lingen, Dr. Christof Spannhoff, Lingen 2025

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